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Audioguide freiburg-postkolonial

Audioguide freiburg-postkolonial
Koloniale Spurensuche: Ob in der Forschung, in Ausstellungen und Völkerschauen, auf Tagungen oder in Kolonialwarenläden, in Ansprachen und kulturellen wie politischen Veranstaltungen: Über Jahrzehnte fanden in Freiburg koloniale Aktivitäten statt. Der Audioguide von freiburg-postkolonial.de führt an Freiburger Orte dieser Geschehen und wirft Schlaglichter auf die Frage, wie der Kolonialismus auf das Denken in dieser Stadt gewirkt hat.

 

 

 

Wer den Hörspaziergung mit Android-Smartphone in der Stadt verfolgen möchte: Einfach die App aus dem App-Store [ hier ] oder Goolge Play Store [hier] herunterladen. Oder den QR Code Scannen (die App hat einen eigenen Scanner):

QR-Code

App für TourenDie Software der kostenlosen App ist von Urban Playground

Der Flyer zur kostenlosen App mit Anleitung kann hier heruntergelanden werden (pdf 351 KB)

Eine Karte mit frei zugänglichem WiFi in Freiburg hier

Kolonialismus in Freiburg?

Der Hörspaziergang macht auf sichtbare und unsichtbare koloniale Spuren im Freiburger Stadtbild aufmerksam. Hinweise auf die koloniale Vorgeschichte gut besuchter Orte fehlen im heutigen Stadtbild weitgehend, ob in den Gebäuden der Universität, im Museum oder im Stadtgarten. Und auch die kolonialen Bezüge von Straßen(-namen) in der Innenstadt und im Heldenviertel sind nicht offensichtlich. Hunderte Menschen passieren täglich den Platz der Universität, auf den seinerzeit die Kolonialeiche gepflanzt wurde. Oder das Archiv, in dem  Schädel aus Übersee gesammelt wurden. Der Audioguide freiburg-postkolonial erinnert an koloniale Geschehen und Geschichten. Zudem fragt er nach den VerflechtungenApp

zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen der lokalen Alltagswelt und dem heutigen Blick in die Ferne und auf die Fremde. Dabei verhandeln bislang acht Stationen, wie koloniale und kolonialrevisionistische Bewegungen das Denken in dieser Stadt geprägt haben.

Die gewählten Orte und Geschehen

... sind eine erste und keinesfalls umfassende Auswahl. Die Stationen dokumentieren, wie Ideologie geschaffen und die Überlegenheit über die Kolonisierten legitimiert wurde – durch  exotistische Spektakel ebenso wie mit der "Rassenkunde" des Anthropolophen Eugen Fischer. Dabei legen sich historische und aktuelle Formen kollektiver kolonialer Wissensbestände wie Schichten übereinander. Und weil Geschichte immer auch ein Prozess des Vergessens ist, haben wir uns einige dieser Schichten nochmals genauer angeschaut. Insofern versteht sich der Audioguide auch als Beitrag zu einer Dekolonisierung des Denkens.

Die Stimmen der Betroffenen...

und die des anti-kolonialen Widerstandes sind Teil der Kolonialen Geschichte. Doch sie wurden kaum dokumentiert, die verordnete Sprachlosigkeit der Betroffenen ist Teil des kolonialen Rassismus. Diese Sprachlosigkeit in der Erzählung der lokalen Kolonialgeschichte nicht zu wiederholen, war uns ein Anliegen. Kommentare zu Begriffen kolonialen Ursprungs zeigen, wie Rassismus aus Wörtern spricht. Die Suche nach Geschichten des Widerstandes gegen das koloniale Projekt stellt eine bleibende Herausforderung dar.

Die Stationen [1]  [2]  [3]  [4]  [5]  [6] ...

[Völkerschauen in Freiburg – Der koloniale Blick als Spektakel]

Orte: Auf dem Karlsplatz, im Stadtgarten, in der Grambrinus Halle, auf dem Stühlinger Kirchplatz

 

[ Kolonialausstellungen in Freiburg – Präsentationen kolonialer Begehrlichkeiten ]

Im Sommer 1935 wurde in der städtischen Festhalle im Stadtgarten die "Große Deutsche Kolonialausstellung" des Reichskolonialbundes gezeigt.

Orte: Stadtgarten (städtische Festhalle)

 

[ Admiral Spee Straße und das Heldenviertel ... ]

Orte: Straßennamen mit kolonialem Kontext

 

[ Die Moltkestrasse im Sedanviertel ... ]

Orte: Straßennamen mit kolonialem Kontext in Freiburg

 

[Pflanzung der Kolonialeiche / hitzige Reden vor der Universität]

Ort: Platz der Universität und ehemaliges Werthmann-Haus

 

[ Ehemaliges Werthmannhaus und Paulussaal]

Ort: Werthmannstrasse / Platz der Universität / Paulussaal

 

[ Koloniale Sammelwut - Teil 1 ]

Ein düsteres Kapitel der Alexander-Ecker-Schädelsammlung: Das heutige Namibia war als Deutsch-Südwestafrika von 1884 bis zum Ersten Weltkrieg eine Kolonie des Kaiserreiches, als Anthropologen dort menschliche Überreste für deutsche Sammlungen beschafften. Bis heute lagern die Schädel und Gebeine in deutschen Universitätseinrichtungen und Museen. Auch die Alexander-Ecker-Sammlung ist ein Zeugnis der Sammlungen aus deutschen Kolonien.

Ort: KG II der Uni und Anatomie in der Albertstr. 17

[ Koloniale Sammelwut - Teil 2 ]

Restitution und Schädelrückgabe: Alexander Ecker und mehr noch seine Nachfolger wie Eugen Fischer haben problematische Rassenforschung betrieben. Auch mit der Rückgabe von 14 Schädeln 2014 an eine Abordnung der namibibschen Regierung bleibt die Schädelsammlung nicht unproblematisch. Die Geschichte der Sammlung und der Sammler, insbesondere die Vereinnahmung durch Rassehygieniker und Nationalsozialismus müssen noch in vielen Aspekten aufgearbeitet werden.

Ort: KG II der Uni und Anatomie in der Albertstr. 17


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